Syrien :
Zu beobachten: Ein tödliches Schauspiel

Von Rainer Hermann, Damaskus
Lesezeit: 4 Min.
Die UN-Beobachter vor dem Anschlag im Stadtteil Arbeen in Damaskus
Aus der Damaszener Vorstadt Arbeen werden Gefechte gemeldet. Also steuern die UN-Beobachter den Ort an. Kaum verlassen sie ihre Autos, explodiert eine Bombe. Was will ihnen wer damit sagen?

Die Geisterstadt beginnt jenseits der Ringstraße um Damaskus. Von Zamalka an sind die Rollläden aller Geschäfte heruntergezogen, kein Passant ist auf dem Gehweg zu sehen, kein anderes Auto fährt auf der leeren Straße. Auch oberhalb der Läden sind die meisten Fenster verriegelt. In Douma und Hasrata ist die Stimmung genauso bedrückend. Die Szenerie wirkt zunächst wie die zurückgelassene Kulisse für einen längst abgedrehten Film. Doch immer wieder geraten Soldaten in den Blick, die sich hinter Sandsäcken verschanzt haben: Straßenkontrollposten. Bisweilen sind auf den Dächern auch Heckenschützen auszumachen. Seit ein paar Tagen kursieren in der syrischen Hauptstadt Gerüchte, dass die Aufständischen in den nächsten Tagen oder Wochen einen Sturm auf Damaskus planen. Noch herrscht an den Aus- und Einfallstraßen gespenstische Ruhe.

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