für Millionensumme : Warum Viessmann beim FC Bayern einsteigt

Der FC Bayern verkauft sein letztes verfügbares Anteilspaket. Das Familienunternehmen Viessmann zahlt für knapp 6,7 Prozent rund eine Viertelmilliarde Euro – und erhält auch einen Sitz im Aufsichtsrat.
Es gibt auch im Fußball Angebote, die so gut sind, dass man sie eigentlich nicht ablehnen kann. Der FC Bayern München glaubt, dass er so ein Angebot bekommen hat. Deswegen hat der Verein, wie er am Donnerstagmorgen mitteilte, die verbliebenen Anteile an der FC Bayern München AG in Höhe von ursprünglich fünf Prozent an die Viessmann Generations Group mit Sitz in München verkauft. Der kolportierte Kaufpreis: etwa 250 Millionen Euro.
Weil das im Rahmen einer Kapitalerhöhung erfolgte, sind aus den fünf Prozent knapp 6,7 Prozent geworden. Damit sind nun 30 Prozent der Anteile an der AG auf vier Anteilseigner verteilt: neben der Viessmann Generations Group sind das die langjährigen Gesellschafter Adidas, Audi und Allianz, die nach der Kapitalerhöhung nun jeweils knapp 7,8 Prozent der Anteile halten.
Der FC Bayern München e.V. hält, wie von der Vereinssatzung vorgesehen, die übrigen 70 Prozent. Für eine Änderung der Satzung wäre bei der Jahreshauptversammlung eine Dreiviertelmehrheit der anwesenden stimmberechtigten Mitglieder erforderlich.
Aufsichtsrat des FC Bayern wird vergrößert
Warum hat der FC Bayern die Anteile zu diesem Zeitpunkt verkauft? In der Mitteilung des Vereins wird Herbert Hainer, der Präsident des e.V. und der Aufsichtsratsvorsitzende der AG, mit den Worten zitiert, dass „eine noch einmal deutlich verbesserte Eigenkapitalbasis die Handlungsspielräume in einer Zeit des permanenten Wandels“ vergrößere.
Und warum an Viessmann? Weil die Bayern einen Geschäftspartner gesucht haben, der Private-Equity-Summen zahlt, aber nicht Private Equity ist. Das eingenommene Geld wollen sie nicht in Spieler für die Fußballmannschaft investieren, sondern in zukünftige Infrastruktur-Projekte.
Gegenfrage: Warum hat Viessmann Generations Group so viel Geld ausgegeben? Einerseits ist der CEO der Viessmann Generations Group, Max Viessmann, ein großer Fan des FC Bayern. Der Siebenunddreißigjährige soll Mitglied des Aufsichtsrats der FC Bayern München AG werden, der von neun auf zehn Personen erweitert werden soll.
Andererseits dürfte der Geschäftsmann Viessmann, der das Hauptgeschäft des Familienunternehmens, die Heiztechnikprodukte, 2023 für zwölf Milliarden Euro an den US-amerikanischen Konzern Carrier Global verkauft hat, mitbekommen haben, wie stark der Wert von Sportunternehmen gestiegen ist. Ein Beispiel: Die Basketballfranchise der Los Angeles Lakers ist im August für eine Rekordsumme von 12,5 Milliarden US-Dollar (etwa 10,4 Milliarden Euro) verkauft worden.
Am Donnerstag wurde in mehreren Medien auf Basis des Anteilsverkaufs berichtet, dass der Wert des FC Bayern München sich auf fünf Milliarden Euro belaufe. Das würde wegen der Kapitalerhöhung aber nur stimmen, wenn Viessmann mehr als 250 Millionen Euro bezahlt hat. Der FC Bayern teilte auf Anfrage mit, dass er keine Zahlen kommentieren werde.





